Gewicht und Selbstwert: Warum die Zahl auf der Waage nie mein Problem war“

Gewicht und Selbstwert: Warum die Zahl auf der Waage nie mein Problem war“

Gewicht und Selbstwert: Warum die Zahl auf der Waage nie mein Problem war“

Immer zu dick, dachte ich.

Mit 1,78 m und 50 Kilo. Ja, wirklich. Mein Dauerthema: Gewicht, zu dick, Selbstliebe, das ganze Paket. Es zog bei mir in der Teenagerzeit ein wie ein Mitbewohner, der nie auszieht und zu allem eine Meinung hat. Ich bin Tali, und das hier ist meine Geschichte. Nur meine. Was bei mir so war, muss bei dir nicht so sein. Aber vielleicht denkst du an der einen oder anderen Stelle: „Ach, die auch.“

✨ Was dir dieser Artikel bringt

  • Das Gefühl, nicht allein zu sein. Wenn du dich auch mal „zu dick“ fandest, egal bei welchem Gewicht, bist du in guter Gesellschaft.
  • Einen anderen Blick auf die Waage. Bei mir blieb das Urteil gleich, obwohl die Zahl sich änderte. Vielleicht hilft dir das, deine eigenen Maßstäbe zu hinterfragen.
  • 7 konkrete Gründe, warum Selbstliebe sich im Alltag lohnen kann, von Kleiderschrank bis Gelassenheit.
  • Einen kleinen ersten Schritt, den du morgen ausprobieren kannst. Ohne Plan, ohne Druck.
  • Tipps für dein Arztgespräch, falls dich Körper, Gewicht oder die Perimenopause beschäftigen.

Kein Heilsversprechen, nur ehrliche Erfahrung und ein paar Anstöße zum Selbermachen.

Gewicht, zu dick, Selbstwert, – wo es bei mir anfing

Mit 50 Kilo fand ich mich zu dick. Das muss man erst mal schaffen.

In meinen Zwanzigern wog ich 60 Kilo. Jetzt waren Hintern und Oberschenkel zu dick. Und der Busen zu klein. Beschwerde eingereicht, in dreifacher Ausfertigung. In den Dreißigern standen 67 Kilo auf der Waage, und ich fand mich – natürlich – einfach moppelig. Merkst du was? Die Zahl wanderte nach oben. Das Urteil blieb exakt gleich. Bei mir lag es also nie an der Zahl.

🧭 Für Frauen ab 40, die Neuorientierung suchen

Du steckst fest und weißt nicht, wohin? Der interaktive HerzRichtung-Kompass stellt dir 10 Fragen zu deinem Ist-Zustand. Du klickst die passende Antwort an, mehr nicht. Danach bekommst du einen 7-Stufen-Plan, den du in deinem Tempo durcharbeitest: als Power-Wochenende, mit 15 Minuten täglich oder mit 5.

Zum HerzRichtung-Kompass →

Der Wendepunkt: Hallo, Perimenopause

Dann kam die Perimenopause. Die Hormone haben zugeschlagen, und meine Kilos gehen inzwischen auf die 80 zu. Klingt nach Drama? Ist es bei mir aber nicht. Denn ich habe ein grandioses Dekolleté. Ernsthaft, das hätte mir mal einer mit 20 sagen sollen.

Plötzlich war etwas anders. Ich vergleiche mich nicht mehr. Ich finde mich in Ordnung. Mein Mann liebt meine Rundungen. Und ich frage mich: Was will ich mehr? Wichtig: Das ist meine Erfahrung. Ich behaupte nicht, dass die Perimenopause automatisch gelassener macht. Bei mir ist es einfach zeitlich zusammengefallen.

Eine Frau, die ihre Kurven liebt
Eine Frau, sich wohl mit ihren Rundungen fühlt (KI-Bild)

Was wirklich geholfen hat

Jetzt wäre der Moment für meinen 12-Wochen-Plan. Ich habe leider keinen. Bei mir hat meine Einstellung sich verändert, mehr nicht. Ich habe mehr innere Gelassenheit (einige nennen es auch „Scheiss-egal-Einstellung“, die mit den Wechseljahren kommt). Und ich habe mir einen Satz angewöhnt: Was die anderen sagen, ist dass, was die anderen sagen. Und das geht mich nichts an.

Das klingt simpel und ist es nicht immer. Es fühlt sich an wie Muskeltraining: Mal klappt es, mal vergesse ich es. Kein Wundermittel, keine Methode, nur Übung. Und eine Portion Humor, wenn ich mich wieder beim Vergleichen erwische.

Gewicht, zu dick, Selbstwert, – was ich heute weiß

Frauenkörper verstehen heißt: Nicht jede Veränderung ist ein Fehler

Manchmal stört mich mein Bauch, wenn ich mir die Schuhe zubinden will. Das gehört zur ehrlichen Bilanz. Auch in zu enge Jeans quetsche ich mich mittlerweile sehr ungern. Dafür liebe ich Röcke und Kleider. Sie unterstreichen meine Weiblichkeit und sind nebenbei viel bequemer. Mein Kleiderschrank hat sich also quasi von selbst entrümpelt.

Fertig bin ich mit dem Thema übrigens nicht. Es gibt Tage, da zwickt der alte Reflex. Ich nehme das inzwischen mit einem Schulterzucken. Und das führt mich zu meiner Liste.

Frauenkörper verstehen: 7 Gründe, warum Selbstliebe sich bei mir lohnt

Das ist meine persönliche Liste, keine Studie:

  1. Weniger Vergleichen, mehr Kraft. Wer nicht dauernd Bilanz zieht, hat abends noch Energie übrig.
  2. Freier reden. Ich verstelle mich weniger. Und das Sprechen in Gruppen macht mir längst nicht mehr so viel Angst wie früher.
  3. Bequeme Kleidung. Ich ziehe an, was mir gefällt und guttut. Die enge Jeans darf drinbleiben.
  4. Gelassenheit bei fremden Meinungen. Sie dürfen sie haben. Ich muss sie nicht abonnieren.
  5. Komplimente annehmen. Wenn mein Mann meine Rundungen liebt, diskutiere ich das nicht mehr weg.
  6. Lachen über den eigenen Körper. Schuhe binden mit Bauch? Eine Mini-Comedy-Show am Morgen.
  7. Weniger Krieg mit mir selbst. In der Perimenopause hat mein Körper genug zu tun. Da muss ich nicht auch noch gegen ihn arbeiten.

Mein Mini-Vorschlag für dich: Achte diese Woche einfach mal darauf, wann dein Kopf anfängt zu vergleichen. Du musst nichts ändern. Nur bemerken. Bei mir war das der erste Schritt.

Und was hast du jetzt davon?

Ehrlich gesagt: Ich verspreche dir keine neue Figur, kein neues Leben und keinen Zauber. Aber das hier kannst du aus meiner Geschichte mitnehmen:

  • Du darfst aufhören zu warten. Auf das Wunschgewicht, auf die perfekte Jeans, auf „wenn ich erst mal …“. Bei mir hat sich das Gefühl auch nicht eingestellt, als die Zahl kleiner war.
  • Du darfst Vergleiche als Gewohnheit sehen. Nicht als Wahrheit über dich. Gewohnheiten lassen sich beobachten und manchmal leiser drehen.
  • Du darfst bequem sein. Kleidung, die sich gut anfühlt, ist keine Kapitulation und muss nicht immer aussehen, als hättest du einen Kartoffelsack an. Bei mir war sie ein Gewinn.
  • Du darfst Hilfe holen. Wenn dich das Thema stark belastet, ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern ein guter Grund für ein Gespräch mit Fachleuten.

Kleiderschrank-Update: 5 Tipps für kurvige Frauen (ohne Zauberei)

Ich bin keine Stylistin. Ich bin eine Frau, die sich ungern in zu enge Jeans quetscht und Röcke und Kleider liebt. Sie sind bequemer, und nebenbei unterstreichen sie meine Weiblichkeit. Hier sind fünf Tipps, die sich ohne Shopping-Marathon umsetzen lassen. Denk dran: Jeder Körper ist anders, und du darfst alles ignorieren, was sich für dich nicht gut anfühlt.

  1. Der Rock mit dem gnädigen Bund. Greif zu einem breiten oder elastischen Bund statt zu einem Knopf, der um Gnade winselt. So schneidet nichts ein, auch nicht nach dem zweiten Stück Kuchen. Ein Rock mit Gummizug sitzt am Morgen genauso gut wie am Abend.
  2. Das Wickelkleid. Du bindest es selbst, also bestimmst du, wie viel Platz es lässt. Tagesform, Hormone oder Pizza? Das Kleid nimmt es gelassen. Mit V-Ausschnitt setzt es außerdem ein Dekolleté in Szene. Bei mir ein klarer Bonuspunkt.
  3. Fließender Stoff in A-Linie oder Midi-Länge. Ein Kleid oder Rock, der locker fällt, spannt nirgends und bewegt sich mit dir. Schuhe zubinden bleibt trotz Bauch ein Heimspiel. Und in Kombination mit bequemen Stiefeln fühlt sich der Look ein bisschen nach Urlaub an, auch am Dienstagmorgen.
  4. Der Sitz-und-Bück-Test. Setz dich in der Umkleide hin, beug dich vor und heb die Arme. Was dort zwickt, zwickt später auch im Büro oder im Café. Der Test dauert zehn Sekunden und erspart dir einen Fehlkauf.
  5. Schnitt vor Zahl. Größen sind je nach Marke Glückssache. Das Etikett im Nacken ist kein Gerichtsurteil. Achte lieber darauf, wie sich das Teil anfühlt, und schneide den Zettel raus, wenn er dich nervt.

💛 Ich musste nie den richtigen Körper finden. Ich musste aufhören, jeden Morgen den Rechnungsprüfer zu spielen. Meine Schuhe zubinden kann ich übrigens auch mit Rundungen. Dauert nur einen Moment länger.

Eine Frau, die ihre Kurven liebt
Eine Frau, die ihr Leben liebt (KI-Bild)

⚕️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei Beschwerden wende dich bitte an deine Gynäkologin oder Ärztin.

💜 Meine Empfehlung · Werbung/Partnerlink

Pralle Prinzessinnen: Styling für starke Frauen

Tine Wittler spricht mir aus der Seele, wenn sie sagt: „Eine Problemzone wird erst dann ein Problem, wenn man nicht liebevoll mit ihr umzugehen weiß.“

Mehr erfahren →

💜 Meine Empfehlung · Werbung/Partnerlink

Schön, dass ich mir endlich begegne

Der Titel sagt schon, worum es geht: sich selbst mit freundlicheren Augen sehen. Wenn dich das Thema Selbstliebe beschäftigt, ist dieses Buch ein sehr guter Einstieg.

Mehr erfahren →

💜 Meine Empfehlung · Werbung/Partnerlink

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pizza und Aperol

Ich liebe es, wenn kluge Erkenntnisse nicht mit einem drögen Fachbuch daher kommen (würde ich eh nicht lesen), sondern in Romanform verpackt sind. Melanie Pignitter schreibt wundervoll leicht und witzig und serviert dir quasi nebenbei noch wertvolle Lebensweisheiten.

Mehr erfahren →

Eine Frau, die ihre Kurven liebt
Eine Frau, die ihre Kurven liebt (Ki-Bild)

🧭 Dein nächster kleiner Schritt

Du möchtest nicht nur lesen, sondern losgehen? Der HerzRichtung-Kompass zeigt dir deine verborgenen Stärken. Er schlägt dir den nächsten Schritt vor, der wieder Bewegung ins Leben bringt. Mit 10 Fragen und einem 7-Stufen-Plan, passend zu deinem Zeitrahmen. Alle Gesundheitsinfos aus diesem Artikel findest du bereits hier, du musst dafür nichts ausfüllen.

Kompass ausprobieren →

Häufige Fragen

Bist du jetzt für immer geheilt vom Vergleichen?

Nein, und „geheilt“ ist ohnehin das falsche Wort. Bei mir ist es weniger geworden. Manchmal meldet sich der alte Reflex, dann lächle ich kurz und mache weiter.

Wie kann ich meinen Frauenkörper verstehen, wenn er sich ständig verändert?

Ich würde mit Neugier statt Bewertung anfangen. Beobachte, was sich verändert, und notiere es. Ob eine Veränderung normal ist, klärst du am besten mit deiner Gynäkologin oder Ärztin. Zahlen nenne ich hier bewusst nicht, solange ich keine geprüfte Quelle habe.

Was heißt für dich: Frauenkörper verstehen?

Für mich heißt es, den Körper nicht mehr als Gegner zu sehen. Er verändert sich in jeder Lebensphase, und das ist erst mal nichts Krankhaftes. Wenn etwas unklar ist oder wehtut, gehört es trotzdem in ärztliche Hände. Und, hey, wir haben nur diesen einen Körper. Lasst uns froh sein, dass er funktioniert.

Was würdest du anders machen?

Und ich hätte meinem 20-jährigen Ich gesagt, dass der Hintern völlig in Ordnung war. Aber so läuft das ja nie.

💜

Tali

Tali schreibt über Selbstliebe und das Leben in der Perimenopause, ehrlich und mit Augenzwinkern. Ihr Dauerthema: Gewicht, zu dick, Selbstwert, und der Weg zu mehr Gelassenheit.

Das könnte dich auch interessieren